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Jul 12

Welkom en Nederland – Tag 30

Den Morgen starten wir noch ein letztes Mal auf Frau Merkels‘ heiligem Boden und wie wir so am Essen sind, die Butter genüsslich auf den Semmel streichend, stellen wir erleichtert fest, dass wir uns wenigstens bei jedem Frühstück etwas Milchsäurekultur zu Gemüte geführt haben. Andere kulturelle Höhenpunkte (ausser der Rheinmystik) mussten wir leider auslassen, obwohl wir beide ja weitherum als Kulturinteressierte gelten.
Man merkt die Veränderung des Klimas, es herrscht ein stetiger Wind aus Nordwest, je mehr sich der Rhein in Richtung Westen krümmt, nur noch von da, jedenfalls immer ziemlich frontal. Eure vielen Stossgebete für besseres Wetter zeigen langsam Wirkung, den öfters fragen wir uns, was denn die helle Scheibe da oben ist, welche uns die ganze Zeit über so blendet. Reto leidet etwas, ihn stichts in der Sehne oberhalb der rechten Kniekehle. Trotzdem erscheint er relativ pünktlich am vereinbarten Treffpunkt zur Mittagspause. Da erzähle ich ihm von meinem Rencontre mit dem hiesigen Hafenmeister, dem ich schlussendlich 2EUR bezahlen musste um zu parken. Guter Zweck hin oder her, er wollte mich nicht verstehen und meinte ich könne 2km in die Stadt (Emmerich) fahren um da gratis zu parken, der andere könne ja dann dahin rennen… daraufhin hätte ich am liebsten das Faustrecht wieder eingeführt. Während meiner Berichterstattung taucht der Giftzwerg schon wieder auf. Schadensverhütung ist angesagt, deshalb nimmt sich Reto seiner an. Huzi trifft in seiner unvoreingenommenen Art irgendwie den wunden Punkt des Hafenmeisters und kommt mit einer 1000% Rendite ins Womo zurück!! Toll, der Alte hat’s kapiert, wohl noch ein schlechtes Gewissen gekriegt uns nebst den 2EUR eine Spende von 20EUR in die Hand gedrückt.
14:00 Uhr, MEZ: Aufbruch in die Nachmittagspartie, da erhalten wir eine Nachricht von Daniel Roth. Rückblick auf Tag 14 und zu der Szene in der Nachtetappe mit dem sich liebenden Pärchen im offenen Camper. Dies wäre Er gewesen und seine Simone. Zitat aus seiner Nachricht: „p.s. Dies war unsere erste Nacht, seither sind wir ein Paar“. Zudem unterstützen Sie das Projekt mit dem Kauf von 15km. Grazie fitg! Geschichten die nur das Leben schreiben kann. Wir freuen uns riesig über diese Mitteilung, schnüren die Schuhe und ziehen weiter gen Holland. Irgendwann fragt Reto mal wieder verwundert, wieso der eben unter unserem Gewicht stöhnende Weg nicht in seiner Laufbibel „Rhein-Radweg“ eingezeichnet ist? Antwort: es ist eben ein ziemlich verschissener Weg! Warum? Hier weiden viele Schafe und die hinterlassen halt Spuren. 🙂 Der verschissene Weg führt jedoch genau dem Rhein entlang nach Holland und bei einer grenznahen Ortschaft ist ein weiteres Tagewerk vollbracht.
Beim Abendessen nehmen wir auch gleich eine erste Lektion auf Niederländisch und wollen euch diese nicht vorenthalten:

De Rijn ontspringt in Graubünden, in de Zwitserse Alpen, en doet achereenvolgens zes landen aan:
– Zwitserland
– Liechtenstein
– Oostenrijk
– Frankrijk
– Duitsland
– Nederland
à
und da sind wir gerade, ganz genau in „de Bijland“.


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