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Jul 12

Sjaaks Heimat – Tag 32

Der Tag beginnt ruhig und freundlich. Zum ersten Mal seit gefühlten 1333 Tagen scheint die Sonne wieder. Jipiihh! Simone, Sjaak und René sind auch nochmals mit von der Partie. René verspührt nach der gestrigen Etappe seine lädierte Achillessehne wieder, worauf er sich entschliesst mein Fahrrad ein wenig auszuführen. Nicht geplant ist der schleichende Plattfuss am Hinterrad, infolge dessen der liebe René alle fünf Kilometer zur Pumpe gebeten wird.
Nach nur 6 Laufkilometern steht schon das erste Highlight an. Wir ziehen an Sjaaks Elternhaus vorbei und statten seinem Vater einen kurzen Besuch ab. Anschliessend müssen wir auf die Fähre hinüber nach Elst warten, da trinkt Mario zu aussergewöhnlicher Tageszeit sein erstes Bier!? Das alkoholfreie Farmer kam aus dem Kofferaum von Simone, die heute Teamwagen spielt. Nun ist auch noch Jan, der Schwager von Simone und Sjaak mit an Bord. Dieser Jan, als echter Holländer und  ehemaliger Lastwägeler, freut sich sichtlich über unser Angebot, das Womo steuern zu dürfen. Dadurch kommt Mario unverhofft mal wieder zur Möglichkeit, eine ganze Etappe mit mir zu bestreiten. Kurz vor der längeren Pause sehen wir zum ersten Mal eine dieser legendären holländischen Windmühlen. Gerade will ich mein Referat darüber beginnen, da kündigt mich Mario mit „Achtung, Rhein-Historiker Reto spricht!“ an. Den angebrochenen Satz mit „… es waren mal 9’000 Windmühlen, wovon heute noch 900 übrig sind“ bringe ich dann doch noch zu Ende.
In unmittelbarer Nähe dieser „Windmole“ erwartet uns das heutige Mittagsmal. Nein, nicht von Mario zubereitet, sondern von Sjaaks jüngerer Schwester und deren Gemahl. In einem idyllischen Garten geniessen wir die Rast, während dem Jan mein Drahtesel wieder auf Vordermann bringt.
Am Nachmittag geht es weiter mit „Dijk-Running“ bis kurz vor Culemborg, wo dann noch die grosse Schwester Sjaaks‘ mit Anhang auf unseren Zieleinlauf wartet. Damit haben wir heute fast die ganze Sippe von unserem 1333km-Ehrenmittglied Sjaak (er ist 7 Etappen mitgelaufen) kennen gelernt. Als wir dann alle beisammen vor dem Womo sitzen taucht noch ein regionaler Journalist auf. Er hat von der Campingbesitzerin erfahren, dass da zwei Spinner aus der Schweiz an die Nordsee unterwegs seien. Zum Glück hatten wir noch unsere Simultanübersetzer anwesend, denn unsere Sprachkentnisse nach 3 Tagen Nederlande sind noch ziemlich dürftig!


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